Jodi Picoult – Das Herz ihrer Tochter

Eindruck der Leseprobe:

Der Roman „Das Herz ihrer Tochter“ von Jodi Picoult ist aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben.
Es fängt mit der vom Schicksal geplagten Frau June an. Zuerst stirbt ihr Ehemann bei einem Verkehrsunfall, ihre kleine Tochter überlebt. Einer der Polizisten, der sie durch die Zeit danach begleitet wird ein guter Freund und schließlich ihr zweiter Ehemann.
Eines Tages lässt sie unbesorgt einen fremden Handwerker ins Haus, der ihre Tochter und zweiten Ehemann umbringt.
Der Mörder Shay Bourne hatte eine schwere Kindheit und ist verhaltensgestört, nun soll eine amerikanische Jury entscheiden, ob er zum Tode verurteilt werden soll.
Michael, ein junger Mathematikstudent im gleichen Alter wie Shay sitzt auch in der Jury. Seine Sichtweise wird zwischen die von June gestreut.
Er erlebt Shay als Menschen der im Gerichtssaal nicht einmal eine Fliege töten kann, harmlos und wie jeder andere aussieht. Er muss sich, so wie die anderen Geschworenen, die Frage stellen, ob er hinter der Entscheidung stehen kann, einen Menschen zu töten, um zu zeigen, dass töten falsch ist.
Letztendlich steht er unter Druck, alle anderen Geschworenen sind für die Todesstrafe und obwohl er sich nicht absolut wohl mit der Entscheidung fühlt fügt er sich der Mehrheit.

Aus dem Klappentext, nicht aus der Leseprobe, erfährt man erst, dass Shay Bourne, der Mörder von Jodis Familie als einziger Organsspender für ihre zweite, kleine Tochter infrage kommt. Doch Shay soll hingerichtet werden.

Ein spannender Anfang, den Jodi Picoult so herzergreifend beschreibt. Eine arme Frau die ihren Ehemann und ihre Tochter verliert, auf der anderen Seite der unscheinbare, geheimnisvolle Handwerker, der zunächst einfach nur schüchtern erschien, den man eigentlich sofort mochte, als er das Haus der ahnungslosen Jodi betrat.
Als Leser vergleicht man sich sofort mit Michael, man denkt darüber nach welche Entscheidung man selbst treffen würde. Die Gewissensfrage, ob man es verantworten kann jemanden zum Tode zu verurteilen steht klar im Raum, die tragische Geschichte rückt zwischenzeitlich in den Hintergrund.
Jodi Picoult schreibt sehr flüssig und man kann über die Seiten hinweg gleiten, ohne sich an holprig formulierten Sätzen zu stören. Sie beschreibt die Trauer sehr mitfühlend, aber genauso gut Michaels Konflikt. So kann man sich als Leser in jeden Charakter hineinfühlen und weiß selbst nicht genau, wie man sich an Michaels Stelle entscheiden würde.
Ich empfehle das Buch weiter, es verspricht eine spannende Geschichte zu werden, aus deren Leseprobe man nicht ahnen kann wie es weitergeht. Großes Lob.

 

~ von kleeblatt am November 1, 2009.

Eine Antwort schreiben