Ein Tag in New York

Am Sonntag ging es wieder nach New York City.

Ich hatte mich entschlossen, mir einmal die „Südseite“ Manhattans genauer anzuschauen. Also bin ich vom Grand Central Terminal mit der U-Bahn 4 bis zum Bowling Green gefahren, zum Glück ist das U-Bahn Netz in NYC so gut, man kommt von einer Station fast in jede Ecke Manhattans und muss ganz selten mal umsteigen. Allerdings kann es auch sehr verwirrend sein, da überall Zettel hängen, dass irgendwelche Subways umgeleitet werden, aber nur an bestimmten Tagen und Uhrzeiten („am 2. und 4. Donnerstag im Monat, aber nur an geraden Tagen und nach Vollmond, fahren alle 3. U-Bahnen eine Minute früher, kommen aber drei Minuten später an“). Am besten ist es einfach, wenn man sich ein Tagesticket kauft, dann kann man wie man will durch Manhattan fahren und muss ganz wenig laufen, so habe ich es auch am Sonntag gemacht, kostet schließlich nur knapp 8 Dollar.

Am Bowling Green ausgestiegen, fiel mir erstmal der Battery Park auf, der direkt am Hafen liegt von dem aus man mit einer Fähre um die Freiheitsstatue herum fahren kann.

Außerdem war es kalt! Es war sogar sehr, sehr kalt! Ich hab ja noch keine Winterjacke kaufen können, weil Amerikaner erst ab –10°C anfangen zu frieren und dann erst die Winterjacken in den Verkauf kommen, also hab ich mich mit Mütze, Schal, Handschuhen und Herbstjacke aufgemacht. Der Wind vom Meer her blies trotzdem erbarmungslos und hat mich frieren lassen. Dementsprechend schneller bin ich bis zum Ableger der Fähre gelaufen, habe mir noch einmal die Freiheitsstatue angeschaut und konnte immer noch nicht realisieren, dass ich wirklich in New York bin. Selbst wenn ich dieses Wahrzeichen ansehe, kommt mir alles noch zu unwirklich vor.

Ich habe mich dann gegen eine Fährfahrt entschieden, da es einfach zu eisig kalt war und alleine wollte ich es dann auch nicht machen.

Also bin ich wieder durch den Battery Park gelaufen und habe die Statue „The Sphere“ gefunden, die als Wahrzeichen für Weltfrieden 3 Jahrzehnte irgendwo im World Trade Center gestanden hatte und am 11. September 2001 beschädigt wurde. Daraufhin ist sie am 11. März 2002 in den Park gestellt worden, um an die Opfer zu erinnern. Neben der Statue sieht man ein Feuer, dass seit dem 11. September 2002 dauerhaft brennt, auch zu Ehren der Opfer des Anschlags.

Da ich es direkt am Meer nicht lange ausgehalten habe und auch schon hungrig wurde, machte ich mich auf die Suche nach einem geeignetem Sitzplatz, um mein mitgebrachtes Sushi zu essen (bei dem Supermarkt „Stop&Shop“ gibt es Sushi Schachteln für 4 bis 13 Dollar und es schmeckt wirklich gut). Ich bin also in den Financial District gelaufen und gleich wurde es wärmer, weil der Wind nicht mehr so stark war.

Ich hab dann auch gleich die berühmte Wall Street gefunden und musste sie natürlich entlanglaufen. Dort habe ich dann auch das „Trump Building“ gesehen, von dem ich leider nicht wirklich tolle Fotos machen konnte, weil die Straße eine einzige Baustelle war und ich somit nicht weit genug zurück gehen konnte.

Ich bin also den Anfang des Broadways immer weiter hoch gelaufen, bis ich zum angrenzenden Park der City Hall kam, wo ich einen wunderschönen Brunnen fand, an den ich mich dann auch setzte und mein Sushi genoss. Zumindest teilweise konnte ich es genießen, denn typisch ich, habe ich natürlich erstmal die halbe Sojasoße über meine Jeans geschüttet – war mir dann aber auch egal, denn das Sushi war nichtsdestotrotz sehr lecker.

Ich wollte dann noch zur City Hall gehen, um mir diese genauer anzuschauen, aber leider war in großem Bogen um genau diese, ein Zaun aufgestellt worden und eine große Gruppe von bestimmt 50 Menschen posierten auf der großen Treppe, wurde gefilmt und fotografiert.

Ich habe dann meinen Ausflug in SoHo fortgeführt und wollte mich in ein kleines, gemütliches Café setzen und „Carrie“ von Stephen King weiterlesen, was ich hier aus der örtlichen Bücherei auf deutsch (!) ausgeliehen habe. Ich habe zwar ein paar Café gefunden, die perfekt meinen Vorstellungen entsprochen haben, z.B. eins in der Spring Street, was zu einem Buchladen gehört und nur junge Leute da saßen, die entweder gelesen und geschrieben haben – ein Traum, ich hätte mich glaube ich sehr wohl gefühlt, aber leider war nicht mal der allerkleinste Platz mehr frei. Ich bin extra zwei Mal dran vorbeigelaufen und habe geschaut.

Also bin ich einfach nur durch die Straßen von SoHo gelaufen, habe hier und da mal wieder nach Weihnachtsgeschenken Ausschau gehalten, aber SoHo ist ziemlich teuer, von daher habe ich zwar ein paar schöne Sachen gesehen, aber nichts gekauft.

Weiter ging es zum Central Park, wo ich mir dann einen riesengroßen heißen Milchkaffee gegönnt habe und endlich ein wenig zum Lesen kam. Allerdings auch nicht lange, denn schon bald war ich mit Melli verabredet, die nach New York nachgekommen war, weil sie noch etwas mit ihrer Gastfamilie unternommen hatte.

Zusammen mit einem weiteren Au Pair sind wir zu Macy’s gegangen, auch um Weihnachtsgeschenke zu kaufen – allerdings war es so unglaublich voll und heiß darin, dass wir bald wieder gegangen sind. Melli und ich haben dann noch ein wenig unsere Shoppingtour weitergeführt, haben uns Sandwichs geholt und sind mit diesen dann zum Union Square gefahren. Unser Plan war es, uns zwischen die ganzen jungen Menschen zu setzen, die sich immer abends am Union Square treffen, dort sitzen, essen, trinken, Musik hören, Skateboard fahren usw. Außerdem haben wir uns natürlich auch erhofft, ein paar junge Amerikaner kennenzulernen, mit denen man mal etwas unternehmen kann und die einem die besten Geheimplätze New Yorks zeigen könnten.

Als wir aus der U-Bahn Station kamen, sahen wir schon die vielen Stände, die sonst auf dem komplett freien Platz aufgebaut waren, scheinbar ein Weihnachtsmarkt, der aber geschlossen war. Das war dann leider nichts mit anderen Leuten kennenlernen, also haben wir unsere Sandwichs so schnell wie möglich gegessen und sind dann wieder zum Times Square gefahren. Dort wollten wir nur noch schnell in den Billabong Laden und haben uns schon gewundert, warum auf einmal so viele Menschen auf der Straße standen, die ohne bestimmten Grund immer einfach anfingen zu schreien. Außerdem war laut Musik und ein paar Straßen abgesperrt. Nach einer Weile kapierten wir es, in den MTV Studios, die direkt über dem Billabong Laden sind, gab Beyonce ein Konzert, dass auf Leinwänden übertragen wurde und man von der Straße aus sehen konnte.

Leider konnten wir nicht lange zuschauen, da unser Zug schon bald gefahren ist.

Hier geht es zu den Fotos von dem Tag.

~ von kleeblatt am November 18, 2008.

Eine Antwort to “Ein Tag in New York”

  1. [...] Hier geht es zum passenden Artikel zu den Fotos. [...]

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