Erst mit dir bin ich glücklich – Teil 1 (Kurzgeschichte)

„Können wir losfahren?“ fragte Mark und legte eine Hand auf Sues Schulter. Diese nickte. „Ja.“, sagte Sue nur und stand von der Couch auf und schaute Mark in die blauen Augen. Dieser lächelte sie an, er bewunderte ihre Stärke, wie sie mit dem Tod ihres Pflegevaters umging. Er hielt ihr die Tür auf und die Beiden fuhren zum Friedhof, wo die Trauerfeier stattfinden sollte.

Sue sah aus dem Fenster und dachte über ihre Zukunft nach. Sie würde wohl wieder in eine neue Pflegefamilie kommen, bis sie achtzehn war, dann konnte sie endlich in ihr eigene, kleine Wohnung ziehen!

Jeder erwartete von ihr, dass sie um ihren Pflegevater John trauerte, sich schwarz kleidete und nicht mehr aus dem Haus ging, weil sie vor Kummer fast einging. Natürlich, es stimmte sie etwas traurig, dass er nicht mehr da war. Doch sie hatte ihn nie richtig kennen gelernt. Gerade mal ein Jahr hatte sie bei ihm gewohnt. Das war nicht viel gewesen. Die beiden hatten sich ganz gut verstanden, er war immer nett und aufmerksam gewesen, hatte sie ab und zu zur Schule gefahren und wenn er spät abends heimgekommen war, hatte er manchmal noch etwas zu essen gemacht, aber eine richtige Beziehung zu ihm, hatte sie nie aufbauen können. Dafür waren sie einfach zu unterschiedlich. Er war Professor für irgendetwas sehr langweiligem in einem Museum gewesen und war immer begeistert von antiken, verstaubten Dingen. Sue hatte es nie verstehen können. Jetzt lag er unter der Erde, da er einen Herzinfarkt mit gerade mal vierzig Jahren gehabt hatte.

Ein Bekannter von John, sein Name war Mark fuhr mit Sue zur Beerdigung. Seit John gestorben war, hatte sie die paar Tage bei Mark gewohnt, was sie sehr nett von ihm fand. Sie hatte ihn bereits ein paar Mal gesehen und mit ihm geredet, wenn er zu Besuch war, doch mehr als oberflächige Gespräche hatten sie nie geführt. Sue hatte von ihm den gleichen Eindruck wie von John. Er war wahrscheinlich genauso ein verstaubter Professor der für sein Leben gerne antike Fossilien ausgrub.

Mit ihm verstand sie sich allerdings besser, da er gerade mal 24 war und somit nur acht Jahre älter war als sie, schien er noch nicht so eingenommen von seinem Beruf zu sein, denn er kam immer recht zeitgleich mit Sue nachhause, wenn sie von der Schule kam.

Sie wunderte sich, wieso er so nett zu ihr war und sie bei sich wohnen ließ, aber machte sich keine weiteren Gedanken darum, wahrscheinlich wollte er John nur den letzten Dienst erweisen und hatte sie die letzten zwei Tage nur bei ihm wohnen lassen, bis sie eine neue Familie hatte. Eh waren die zwei Tage wie im Flug vergangen und nur so an ihr vorbeigeschwebt, sie hatte zu allem Ja und Amen gesagt, ohne sich die Mühe zu machen, lange nachzudenken. So war es gekommen, das ihr bisschen Gepäck zu Mark gefahren wurde, der eine Stunde entfernt von ihrem alten Zuhause wohnte und sie sich dort kurzweilig einnistete.

Als sie angekommen waren und sie zu den anderen Trauernden einreihten, merkte Sue, dass John wohl ziemlich beliebt gewesen sein musste. Die Kapelle war gefüllt von jungen Menschen und sie wunderte sich, sie hatte nie bemerkt, dass John so viele junge Freunde hatte. Er hatte ziemlich selten Besuch gehabt und wenn dann nur am Wochenende und das waren dann immer gleichaltrige, mit der einzigen Ausnahme von Mark.

Sie setzte sich mit Mark in die erste Reihe, in der zwei Plätze freigehalten worden waren.

Nach einer Stunde hatte sie es überstanden und trat wieder an die frische Luft. „Hast du Hunger?“, wollte Mark wissen und blickte sie fragend an. Sue nickte und die Beiden fuhren in ein kleines, gemütliches Restaurant an der Stadtgrenze. Sue wunderte es noch, das Mark keinen verstörten Anblick bot, schließlich hatte er doch einen Freund verloren, oder?

Als sie sich gegenüber saßen und schweigend aßen, hielt es Sue nicht länger aus. Ihr war es unangenehm sich ständig mit Mark anzuschweigen, schließlich war er so freundlich zu ihr. Doch sie hatte keine Ahnung über was sie mit ihm reden könnte. Dachte er denn auch, dass sie nicht genug um John trauerte? Oder redete er einfach nicht mit ihr weil er sie nicht mochte? Sue wusste nicht, was sie denken sollte, fasste einfach ihren ganzen Mut zusammen und sagte Mark was ihr gerade durch den Kopf ging.

„Hör mal, es tut mir Leid, wenn ich dir Schwierigkeiten mache, aber ich wohne bestimmt nicht mehr lange bei dir. Sicher hat das Jugendamt bald eine neue Familie für mich gefunden.“, sagte sie schließlich und blickte weiterhin auf ihren Teller, damit sie ihn nicht anschauen musste. Es war ihr noch nie leicht gefallen mit jemand über ihre Gefühle zu reden.

„Wie bitte?“, sagte Mark und hörte sich an, als hätte er sich gerade am Essen verschluckt. Er räusperte sich, bevor er gedämpft weiter sprach. „Das ist doch Quatsch. Ich habe nichts dagegen wenn du bei mir wohnst. Ganz im Gegenteil, dann kommt wenigstens Leben in dieses riesige Apartment. Platz habe ich schließlich genug.“

Sue kniff ihre Lippen aufeinander. Mark sprach weiter, seine Stimme hatte etwas Sanftes und liebenswürdiges, wie Sue auffiel und sofort mochte.

„Ich habe schon mit dem Jugendamt telefoniert. Es ist alles geklärt. John hatte ihnen eine Art Testament hinterlassen, in dem deutlich steht, dass du bei mir wohnen sollst, bis du volljährig bist… Natürlich nur falls du nichts dagegen hast.“, fügte er schnell hinzu. Sue blickte nun doch auf und ihm direkt in die Augen, sie strahlten Wärme aus. Eigentlich sprach nichts dagegen, wenn sie bei ihm wohnen würde. Außerdem war er freundlich und schien nicht der unvernünftiger Typ zu sein, auf den man sich nicht verlassen konnte und der nur Party und Sex im Kopf hatte. Eigentlich schien er wirklich sehr locker zu sein und wer weiß, vielleicht würden sie sich ja gut verstehen? Sue nickte. „Okay, ich habe nichts dagegen.“, sagte sie leise an Mark gewand. „Schön.“, grinste er und mustere sie mit seinem offenen Blick, was Sue nicht unangenehm war. Sie fühlte sich irgendwie wohl in seiner Nähe, was sie auch nicht so Recht verstand, das hatte sie noch nie bei einem anderen Menschen gefühlt.

Zum ersten Mal seit längerem lachte sie ausgelassen und ungezwungen mit ihm, als sie heimfuhren. Es machte ihr Spaß in seiner Nähe zu sein und sie genoss es. Sie war gespannt auf die nächste Zeit.

Sue hatte ihre paar Sachen schon am ersten Tag in ihr Zimmer gebracht. Nun stand sie mit Mark davor und er half ihr ein großes Poster an der Wand fest zumachen. Darauf war eine wunderschöne Rose abgebildet, die sie selbst fotografiert hatte. Es war eins ihrer wenigen Hobbys zu fotografieren. Sie fand ihre Motive nicht besonders herausragend oder spitzenklasse, doch es machte ihr Spaß und das war alles was für sie zählte. Sie fotografierte niemals Menschen, daran hatte sie sich noch nicht herangetraut. Nur die wunderschönen Landschaften von Irland hatte sie auf Fotopapier festgehalten. Denn zu jedem Bild gab es eine kleine Geschichte, die sie niemanden erzählte, nur ihrem kleinen Büchlein. Sie versuchte mit jedem Bild das sie machte etwas auszudrücken, wie sie sich fühlte. Zur Rose gehörte nur ein winziger Gedanke, den sie in dem Moment gefühlt hatte, als sie die Rose sah: Liebe. Sie hatte sich in die Schönheit Irlands verliebt. Sie fühlte sich glücklich und frei, wenn sie in der Natur war und ein wenig Zeit für sich und zum Nachdenken hatte. Sie fühlte sich dann einfach schwerelos und es war ein wunderschönes, unbeschreibliches Gefühl, das sie auch jedes Mal wieder überkam, wenn sie ihr Bild anschaute.

Mark war es aufgefallen, wie sorgsam und vorsichtig sie das Bild aufgehängt hatte und er hatte verstanden, das es wertvoll für sie war. Er sagte ihr wie sehr ihm das Bild gefiel. Sue war etwas rot geworden und hatte ihm kurz darauf geantwortet, dass sie das Bald selbst gemacht hatte. Mark war beeindruckt, er hatte geglaubt, dass sie es irgendwo gekauft hatte. Wieder einmal beeindruckte ihn eine Eigenschaft dieser jungen Frau. Er wollte sie gerne kennen lernen, schließlich wollte er nicht mit einer Unbekannten zwei Jahren zusammenleben und er war der felsenfesten Überzeugung, dass sie ihn auch nett fand, nur etwas schüchtern war.

„Hast du nicht noch mehr Sachen?“, fragte Mark erstaunt, als er ihren spärlichen Klamottenberg auf dem Bett erspähte. Sue schüttelte den Kopf. Sie hatte nie sehr viel besessen, aber es machte ihr auch nichts aus. So lange sie Zeit für sich hatte, nicht genervt wurde und sie ihr eigenes Leben hatte, war sie zufrieden.

„Morgen, wenn du nach hause kommst, gehen wir einkaufen. Das geht ja nicht, dass der Mann im Haus, mehr Klamotten hat, als die Frau.“, lachte er und Sue sah die kleinen Lachfältchen, die sich um seine Augen bildeten, wenn er so herzhaft lachte. Sie konnte einfach nicht anders, sie lächelte und nickte. Was sprach schon dagegen, ein wenig ihrer Freizeit zu opfern um sie mit ihm zu verbringen?

„Wollen wir einen Tee trinken? Wir müssen uns noch so viel erzählen.“, schlug Mark vor und Sue schaute wieder in diese bezaubernden blauen Augen. Sie hatte nichts dagegen, sie wollte auch gerne mehr über ihn wissen. Schon nach so kurzer Zeit, war er ihr so sympathisch geworden, dass sie sich sehr gerne mit ihm befreunden würde. Als sie am Küchentisch in der gemütlichen Küche saßen und heißen Schwarzen Tee mit Milch und Zucker tranken, fragte Sue, woher Mark John kannte.

„Oh.“, sagte Mark nur und Sue hatte Angst, dass sie einen wunden Punkt getroffen hatte. Doch Mark verzog keine Miene: „Das ist eigentlich nicht schwer. Ich hab einmal einen seiner Kurse besucht und hab danach kurz mit ihm geredet. Es stellte sich heraus, dass wir die gleiche Musik mögen und wir sind ein paar Mal auf Konzerte gegangen. Wir haben uns gut verstanden, aber eine richtige Freundschaft, war es nie. Wir waren sozusagen ewige Bekannte. Das ist alles.“ Ein machte eine flüchtige Handbewegung. Sue verstand das nicht ganz. „Und wie kommt es, dass er wollte, dass ich bei dir wohne?“

Mark überlegte nicht lange: „Vielleicht hat er sich einfach gedacht, das wir ganz gut miteinander auskommen würden. Ich glaube auch, das er nicht gerade viele Freunde hatte und da war ich wohl die einzige Anlaufstelle.“ Sue nickte. „Und wie kommt es das so viele jungen Leute auf der Beerdigung waren?“ Sue konnte sich einfach nicht zurückhalten, sie war zu neugierig. Mark schmunzelte über ihre Wissbegierigkeit, erklärte es ihr aber gleich: „Er war ein beliebter Professor. Er hat nicht oft Kurse gehalten, aber wenn dann bist du schwer an einen Platz gekommen.“ Sue trank einen Schluck von ihrem Tee, das war eigentlich alles was sie wissen wollte.

„Reden wir von etwas anderem.“, sagte sie dann. „Was machst du beruflich? Ich dachte immer du bist auch so ein langweiliger Professor, aber so kommst du nicht rüber.“, grinste sie. Mark lachte: „Was? Ich und ein Professor? Das ist ja gelacht, ich würde ständig bei der Arbeit einschlafen.“ Sue lachte fröhlich mit. Eine Neugierde mehr über ihn erfahren zu wollen stieg in ihm auf.

„Aber was machst du dann?“

„Ich bin Lehrer.“

„Lehrer?“

„Ja genau.“, grinste er. „An der Gordon High.“

Sue klappte der Unterkiefer hinunter, sie kannte den Namen der Schule! „Das ist nicht etwa die Schule, an die ich ab morgen gehen soll?“, erkundigte sie sich, obwohl sie es eigentlich schon wusste. Mark nickte grinsend. „Wow. Cool.“, freute sich Sue. „Was unterrichtest du denn? Ich hoffe nicht Französisch, das kann ich nämlich nicht ausstehen!“

„Tut mir Leid, da muss ich dich enttäuschen.“, grinste Mark. „Ich unterrichte nämlich Französisch, Musik und Kunst.“ Sue seufzte, lächelte aber gleich darauf wieder. „Na ja macht ja nichts. So hab ich wenigstens jemanden der mir helfen kann. Aber du hast keinen Unterricht bei mir, oder?“, fragte sie dann aufgeschreckt nach. Mark schüttelte den Kopf: „Nein nein, da habe ich aufgepasst.“

Sue erfuhr an diesem Abend noch so einiges über Mark. Das er seit längerem keine Freundin mehr hatte, aber auch nicht verliebt war, dass er gerne und gut sang, eine Schwäche für asiatisches Essen hatte und mit Freunden gerne Fußball spielte. Aber sie erzählte auch viel über sich und sie hatte das Gefühl, dass er sich wirklich für das interessierte, was sie ihm erzählte, was sie sehr freute.

Am nächsten Morgen weckte Mark sie und sie ging fertig angezogen hinunter in die Küche. Mark saß in Boxershorts und Shirt bekleidet am Tisch und schnitt sich gerade Brötchen auf, als sie eintrat. Das war ein ungewohnter und neuer Anblick für sie. Denn noch nie hatte sie die Gegenwart eines etwas älteren Mannes genießen dürfen. Sie hatte noch nie einen festen Freund gehabt und so beobachtete sie ihn eingehend während sie langsam zum Tisch ging. Für sie war es etwas Neues und auf irgendwie etwas Aufregendes als sie Mark in Unterwäsche dort sitzen sah. Sie erblickte die Ansätze seiner Oberschenkel, die feinen Härchen die darauf waren. Ihre Augen wanderten über seinen verdeckten Bauch und seine Brust. Am Hals sah sie kleine dunkle Härchen über dem Shirt hervorlugen, die auf seine Brustbehaarung hinwiesen. Sie stellte fest, dass seine Wangen unrasiert waren und sah winzige Stoppeln auf seinen Backen und am Hals.

Mark spürte ihre Blicke auf seinem Körper, doch sie machten ihm nichts aus, außerdem wollte er sie nicht in Verlegenheit bringen, wenn er jetzt aufschaute und so machte er seelenruhig weiter, als wäre nichts. Seine Haare waren verwuschelt, aber auch sie sah noch sehr verschlafen aus. Es war für beide komisch, sich morgens beim Frühstück zu begegnen, aber die ganze Situation hatte auch etwas Vertrautes, was Sue entspannte und sie locker werden ließ. Sie fühlte sich sehr wohl in seiner Gegenwart.

„Guten Morgen!“, lächelte er ihr freundlich entgegen, als er merkte, dass sie ihn nicht mehr beäugte. „Guten Morgen.“, gähnte sie und setzte sich auf den Platz ihm gegenüber. Sie hatte morgens keinen Hunger und so trank sie nur den Tee, den Mark für sie gemacht hatte.

Als sie schließlich zur Schule fuhren, ging ihr eine Frage durch den Kopf: „Soll ich dich eigentlich duzen, wenn ich dir in der Schule begegne?“ Mark zuckte mit den Schultern. „Wenn du willst, dass deine Freunde merken, dass wir uns kennen, kannst du es ja machen.“ Sue stutze: „Wieso sollte ich verheimlichen, das wir uns kennen?“ Mark hob erneut die Schultern: „Es kann ja sein, dass du nicht willst, das jemand erfährt, das du einen Lehrer privat kennst. Vielleicht ist dir das ja peinlich? Schließlich bin ich so was wie dein Erziehungsberechtigter.“ Er schaute kurz von der Straße weg und ihr direkt in die Augen und lächelte sie dabei an. Sie erwiderte sein Grinsen und spürte, dass es ihm gefiel, dass sie ihn nicht verleugnen wollte.

*** Ein Jahr später ***

Sue und Mark waren gute Freunde geworden. Sie teilten viele Gemeinsamkeiten und ergänzten sich sehr oft. Sue half seine Freundschaft sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden, das ihr ziemlich gefiel. Es war nichts in dem Vergleich zu ihrer Vergangenheit. Sie hatte jetzt gleichaltrige Freunde, mit denen sie sich traf. Es war zwar keine Freundschaft, wie diese besondere zu Mark dabei, trotzdem machte es ihr Spaß mit Freundinnen aus ihrer Klasse herumzuhängen. Mit Mark war das etwas anderes, mit ihm fühlte sie sich verbunden, sie war wirklich sie selbst, wenn sie mit ihm zusammen war, konnte mit ihm stundenlang diskutieren, herumalbern und ihren Spaß haben, was sie bei ihren anderen Freunden etwas vermisste. Denn deren größte Sorge war es gut auszusehen, Jungs abzubekommen und einen guten Ruf an der Schule zu haben. Sue fand deren Benehmen manchmal ziemlich kindisch, aber sie hatte sich damit abgefunden. Und dann gab es da noch diesen einen Jungen aus ihrer Klasse. Er war mit Abstand der beliebteste Junge an der Schule, spielte im Footballteam und jedes Mädchen an der Gordon High, hätte alles stehen und liegen gelassen, wenn er darum gebeten hätte. Sein Name war David. Sue war sich nicht sicher, ob es ihr schmeichelte, wenn David sich mit ihr, statt mit einem der Cheerleader zu unterhalten. Sie hatte ihn immer für eingebildet und hochnäsig gehalten, doch als die Beiden sich unterhielten, hatte sie das Gefühl das er das ganz und gar nicht war. Er war aufmerksam, höflich und lieb zu ihr und fragte sie schon bald nach einem Date. Völlig überrumpelt sagte sie zu.

Als Sue sich für ihr erstes Date mit David zu Recht gemacht hatte und die Treppe herunter kam, sah Mark sie in einem anderen Licht. Sie war nicht mehr die beste Freundin in seinen Augen, sie war mehr geworden. Sie war zu einer jungen, hübschen Frau herangewachsen. Nein, das war nicht richtig, berichtigte Mark sich selbst, sie war es schon die ganze Zeit gewesen, doch erst jetzt hatte er es erkannt. Er hielt mitten in seiner Bewegung inne und starrte sie unverhohlen an, als sie die Treppe herunterkam. Sue lachte bei seinem Gesichtsaudruck leicht auf, dachte sich aber nichts weiter dabei. Doch um Mark war es geschehen. Er schaute ihr in die Augen und flüsterte: „Du siehst atemberaubend aus!“ Sue lächelte geschmeichelt. Sie küsste Mark sanft auf die Wange. Es war die schönste Berührung die Mark jemals gefühlt hatte. Mit seinen Händen streifte er kurz ihre Hüfte.

„Danke.“, sagte Sue, „Ich hoffe David denkt das auch.“ Autsch. Das hatte gesessen. Mark nickte und verkrümelte sich auf die Couch, nachdem Sue gegangen war. Er wusste, das Sue nicht mehr für ihn empfand, als er selbst noch vor einer Stunde und es tat weh. Er beneidete David um sein Glück, Sue ein verliebtes Lächeln auf die Lippen zaubern zu dürfen und mit ihr auszugehen. Er selbst war nur ihr bester Freund und würde es auch immer bleiben.

Teil 2

~ von kleeblatt am Februar 19, 2008.

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