Fahrradtour in Sligo (Sommer 2007)

Als ich im Sommer in Sligo (Irland) war, wollte ich mal etwas Neues ausprobieren. Immer mit dem Bus zu einem Ort fahren erschien mir mehr als langweilig und in Strandhill war ich auch schon mal gewesen. Aber die Vororte hatte ich noch nie gesehen, genauso wenig, wie den Lough Hill, den See, den ich mir schon immer mal anschauen wollte.

Also beschloss ich eine Fahrradtour zu machen. Allerdings leichter als gesagt in Sligo. Im Internet waren zwei ein paar Fahrradverleihen aufgeführt, aber die existierten alle nicht mehr, wie ich feststellen musste.

Also ging ich in einen normalen Fahrradladen, vielleicht ließ sich ja etwas machen. Der Mann, der die Fahrräder verkaufte, war typisch irisch, auf Anhieb herzlich sympathisch, lachte viel und hatte dieses kecke Glitzern in den Augen, dass man nur bei Iren findet.

Ich erzählte ihm, dass ich eine Fahrradtour machen wolle und fragte ihn ob er denn nicht vielleicht wüsste, woher ich ein Fahrrad bekommen könnte. Er überlegte und bestätigte mir, dass es keine Möglichkeit mehr in Sligo gab. Dann unterhielten wir uns noch eine Weile über Sligo und er war vollauf begeistert, dass ich Irland so liebte und besonders Sligo. Irgendwann sagte er: „Oh, okay, let’s see what I have here.“ Und er verschwand kurz in den Keller und kam mit einem gebrauchten Fahrrad wieder. Er strahlte mich an und erklärte mir, dass ich es haben könne. Ich war überglücklich. Zudem wollte er nur einen kleinen Pfand für das Fahrrad haben.

So sind eben die Iren – immer hilfsbereit ;)

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Fröhlich und aufgekratzt machte ich mich auf den Weg zur Touristeninfo, die ich nach einer geeigneten Route frage. Die Frau zeichnete mir auf einer Karte eine Strecke ein, die ziemlich einfach war, aus der Stadt raus, im Kreisel links abbiegen und dann nur noch den Landstraßen folgen, die direkt am Lough Hill lang führen. Ich war wieder begeistert – es klappte wie am Schnürchen.

Ich schwang mich also auf den Sattel und fuhr los. Es dauerte nicht lang, vielleicht eine halbe Stunde und ich war schon am See angelangt. Ich strahlte von einem Ohr zum anderen, als ich ihn zum ersten Mal zwischen den Bäumen glitzern sah.

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Das Wetter war an diesem Tag eh wunderschön. Die Sonne schien, aber gerade so, dass es nicht zu heiß wurde und der Fahrtwind erfrischend kühl auf der Haut war. Ich hörte Musik beim Fahren und war einfach nur glücklich.

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Die Strecke führte wirklich ausschließlich direkt am See entlang und alle paar Kilometer konnte ich an den Ortsschildern sehen, wie weit es noch bis zu meinem Zwischenstop waren. Nach etwas mehr als zwei Stunden war ich dort angelangt. Ich hatte ordentlich in die Pedale getreten und gönnte mir ein leckeres Sandwich und eine Cluborange.

Ich setzte mich auf eine Bank und lehnte das Fahrrad neben mich – ich hatte es schon richtig lieb gewonnen.

Nach dieser Pause machte ich mich auf den Rest der Strecke und es wurde noch schöner. Ich verließ den Landkreis Sligo sogar ;)

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Nach etwas mehr als weiteren zwei Stunden war ich wieder zurück in der Innenstadt. Ich war völlig kaputt, aber mehr als glücklich.

Ich weiß jedenfalls, wenn ich das nächste Mal in Irland ein Fahrrad habe, dann wird es nicht lange dauernd, bis ich mich auf den Sattel schwinge und so alles entdecke. Es war einfach so genial die Straßen auf und ab zu fahren, den Fahrtwind zu spüren und einfach nur glücklich zu sein :D .

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(Das ist die komplette Route)

~ von kleeblatt am Februar 15, 2008.

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